Burgen ohne Ende – Northumberland, Englands Schatzkammer der Schlösser
Es gibt Landstriche in England, da hat man das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben. Northumberland im hohen Nordosten ist so ein Ort. Wer hier unterwegs ist, stößt gefühlt hinter jeder Kurve auf die nächste Burg, den nächsten Wehrturm, die nächste Ruine – insgesamt mehr als 70. Keine Region Englands ist so dicht mit Burgen besetzt. Und das hat Gründe: die Grenze zu Schottland, jahrhundertelang heiß umkämpft, machte Befestigungen schlicht überlebenswichtig.
Von Ruinen in wilder Landschaft bis zu lebendigen Filmsets
Manche Festungen sind nur noch steinerne Skelette, malerisch über Klippen und Moore verstreut – Orte, die bei Wind und Nebel eine fast gespenstische Aura entfalten. Bamburgh Castle* etwa thront hoch über der Küste wie ein Wachturm der Vergangenheit. Schon die Wikinger versuchten, es zu stürmen. Heute wirkt es, als sei es eigens für Postkarten komponiert.
Andere Burgen sind quicklebendig. Alnwick Castle* ist dafür das Paradebeispiel. Die Mauern beherbergen nicht nur eine jahrhundertealte Familiengeschichte, sondern auch eine Portion Popkultur. Hier flatterten Harry Potters Umhänge über die Wiesen, und Lady Mary aus Downton Abbey spazierte durch die Flure. Alnwick zeigt eindrucksvoll, wie Tradition und Gegenwart ineinander greifen – Besucher können zwischen mittelalterlichen Speisesälen und Drehorten wandeln.
Interessant:
Wusstest du, dass Hadrianswall*, der berühmte römische Grenzwall, ebenfalls quer durch Northumberland verläuft? Zwischen den Ruinen römischer Kastelle und mittelalterlicher Burgen liegen manchmal nur wenige Kilometer – eine Geschichtsdichte, die man so nur selten findet.
Die schönsten Burgen Northumberlands
Ein paar Namen, die du dir merken solltest:
- Bamburgh Castle – wie gemalt auf einem Felsen direkt an der Küste.
- Alnwick Castle – lebendig, prachtvoll und filmreif.
- Warkworth Castle – Ruine mit eindrucksvollem Keep und einem Hauch Shakespeare-Drama.
- Dunstanburgh Castle – eine romantische Ruine, nur zu Fuß entlang der Küste erreichbar.
- Prudhoe Castle – komplett erhalten, ein klassisches Beispiel für normannische Wehrarchitektur.
Ein Roadtrip durch Zeit und Stein
Am schönsten erlebst du Northumberland, wenn du dich einfach treiben lässt – am besten mit dem Auto entlang der Küstenstraße oder zu Fuß auf einem der vielen Wanderwege. Du wirst überrascht sein, wie viele Burgen sich unverhofft zeigen, oft eingebettet in eine Landschaft, die selbst schon filmreif ist.
Schon da gewesen? Schreib es gern in die Kommentare – welche Burg hat dich am meisten beeindruckt?
Q&A: Häufige Fragen
Welche Burg in Northumberland lohnt sich am meisten?
Wenn du nur Zeit für eine hast: Alnwick Castle. Geschichte, Prunk und Filmflair in einem.
Kann man in den Burgen Führungen machen?
Ja, viele Burgen bieten Touren an, oft sogar thematisch: von Geisterführungen bis hin zu Familientouren mit Mittelalter-Flair.
Sind die Burgen kinderfreundlich?
Unbedingt – viele haben interaktive Bereiche oder große Grünflächen. Alnwick Castle ist für Familien ein Highlight.
Welche Burg eignet sich für Fotografen?
Dunstanburgh Castle – die Ruine vor der wilden Nordseekulisse liefert garantiert dramatische Bilder.
Wie viele Burgen gibt es in Northumberland?
Mehr als 70 – damit hält die Region den Rekord in England.
Fazit
Northumberland ist ein Geschichtsbuch aus Stein, Seite für Seite gefüllt mit Burgen, Türmen und Ruinen. Wer hier reist, taucht tief in Englands bewegte Vergangenheit ein – und spürt zugleich, wie lebendig Geschichte sein kann, wenn man plötzlich selbst über Drehorte weltbekannter Filme wandelt.
Also: Nimm dir Zeit, pack die Kamera ein und mach dich auf eine Reise durch das „Land der Burgen“. Glaub mir, die Geschichten, die du von dort mitbringst, glaubt dir keiner.