Cotswolds – Die schönsten Dörfer Englands
Wenn England ein Postkartenmotiv wäre, dann käme es aus den Cotswolds. Sanfte Hügel, goldfarbener Kalkstein, charmante Dörfer und duftende Teegärten – hier scheint die Zeit langsamer zu laufen. Kein Wunder, dass die Cotswolds als Inbegriff des „typisch englischen“ Landlebens gelten.
Lage und Anreise
Die Cotswolds liegen im Südwesten Englands, zwischen Oxford und Bath, über sechs Grafschaften verteilt: Gloucestershire, Oxfordshire, Wiltshire, Worcestershire, Warwickshire und Somerset. Die Region erstreckt sich über rund 2.000 Quadratkilometer und ist seit 1966 offiziell als „Area of Outstanding Natural Beauty“ geschützt.
Mit dem Zug erreicht man viele Orte bequem von London aus – z. B. Moreton-in-Marsh (90 Minuten), Cheltenham oder Oxford. Am schönsten ist die Anreise allerdings mit dem Auto: Landstraßen, Hecken, Schafe, Cottage an Cottage – wie aus einem BBC-Film.
Rund 140.000 Menschen leben in der Region, verteilt auf Dörfer, die aussehen, als hätte man sie für ein Märchen gebaut.
Typisch Cotswolds
Was die Cotswolds so besonders macht, ist ihr einheitliches Erscheinungsbild: Häuser aus honiggelbem Kalkstein, gepflegte Vorgärten, Bruchsteinmauern und charmante Pubs mit niedrigen Decken. Es gibt kaum Werbung, kaum Hektik – dafür jede Menge Tee, Antiquitäten und Spazierwege.
Die schönsten Orte in den Cotswolds
Bibury – das Postkartenmotiv
Das Dorf gilt als eines der schönsten Englands. Besonders berühmt: Arlington Row, eine Reihe aus dem 14. Jahrhundert, einst Weberhäuser, heute Nationalheiligtum.
Bourton-on-the-Water – das Venedig der Cotswolds
Kleine Steinbrücken überspannen den Fluss Windrush, Enten watscheln durchs Zentrum, Cafés servieren Scones. Perfekt für einen Nachmittagsspaziergang.
Stow-on-the-Wold – Antiquitäten & Atmosphäre
Einst Marktort für Wollhändler, heute Paradies für Antikliebhaber. Die alte Markteiche soll einst Treffpunkt von Händlern und Schafzüchtern gewesen sein.
Castle Combe – Filmkulisse zum Verlieben
So schön, dass es in „Stardust“, „War Horse“ und „Downton Abbey“ als Drehort diente. Kopfsteinpflaster, kein Verkehr, kein Kabelsalat – einfach Idylle pur.
Broadway – der elegante Klassiker
Mit breiten Straßen, hübschen Boutiquen und dem Broadway Tower, einem neugotischen Turm mit Aussicht bis Wales.
Interessant zu wissen
- Der Name „Cotswolds“ leitet sich von „cots“ (Schafpferch) und „wolds“ (Hügel) ab – also „Hügel der Schafpferche“.
- In der Region lebten einst die reichsten Wollhändler Englands – man sprach vom „goldenen Vlies der Cotswolds“.
- Viele Hollywood-Stars (u. a. Kate Winslet, Hugh Grant) besitzen hier Landhäuser – weit weg vom Trubel.
- Im Frühling verwandeln Narzissen und Magnolien die Cotswolds in ein Blütenmeer.
Aktivitäten für Genießer
- Wandern: Der „Cotswold Way“ führt über 160 km von Chipping Campden bis Bath.
- Teatime: Fast jedes Dorf hat ein eigenes Tearoom-Highlight – Betty’s, Huffkins oder kleine Familienbetriebe.
- Pubs & Country Inns: Offene Kamine, Real Ale und Shepherd’s Pie – mehr England geht kaum.
- Farmshops & Märkte: Regionale Produkte, Käse, Honig und Blumenkränze – ideal für Souvenirjäger mit Geschmack.
Q&A – Häufige Fragen zu den Cotswolds
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai bis Oktober. Im Frühjahr blüht alles, im Herbst färben sich die Hügel gold.
Benötigt man ein Auto?
Nicht zwingend, aber praktisch. Viele Orte liegen ländlich.
Wie lange sollte man bleiben?
Mindestens zwei Tage, besser drei – sonst rauscht man nur durch.
Was sind Geheimtipps abseits der Touristenrouten?
Snowshill Manor (exzentrische Sammlung), Painswick (unterschätztes Dorf mit 99 Eiben auf dem Kirchhof), Minchinhampton Common (Panoramablicke).
Gibt es Unterkünfte in historischen Cottages?
Ja, reichlich. Von luxuriösen Country Inns bis zu Selbstversorgerhäuschen mit Kamin und Garten.
Fazit
Die Cotswolds sind kein Museum, sondern gelebte Romantik. Zwischen Schafweiden, Teetassen und Steinmauern spürt man den Charme des alten Englands – bodenständig, stilvoll, zeitlos. Wer hierherkommt, sollte das Handy auf Flugmodus stellen und einfach nur durchatmen.