Glastonbury Festival, Foto: Annie Spratt

Festivals in England – Von Glastonbury bis Notting Hill

England kann vieles sein: traditionsverliebt, zurückhaltend, royaler Pomp. Aber die Festivals Englands zeigen die andere Seite – laut, bunt, exzessiv und voller Leidenschaft. Von Glastonbury auf schlammigen Feldern bis zum Notting Hill Carnival mit karibischen Rhythmen: kein anderes Land feiert seine Festivals mit dieser Hingabe.

Glastonbury – Das Mekka der Musikfans unter den Festivals Englands

Es ist mehr als ein Festival, es ist eine Pilgerreise. Seit 1970 zieht Glastonbury auf den Farmfeldern in Somerset Hunderttausende an. Hier traten schon David Bowie, Oasis, Beyoncé und Billie Eilish auf – gern bei Regen und Matsch, was längst Teil des Mythos ist.

Das Gelände gleicht einer eigenen Stadt, mit Zelten, Märkten, Yoga-Zonen und politischen Diskussionen. Glastonbury ist weniger Konzert, mehr Gesellschaftsphänomen – ein Wochenende, das sich ins Gedächtnis brennt.

Tipp: Wer die Region Somerset besser kennenlernen möchte, findet im Artikel über South West England weitere Tipps.

Notting Hill Carnival – Karibik-Feeling in London

Einmal im Jahr verwandelt sich das gediegene West-London in eine bunte Explosion: Notting Hill Carnival. Seit den 1960ern feiern Einwanderer aus der Karibik hier ihre Kultur – und laden ganz London dazu ein.

Reggae, Calypso, Steelbands, aufwendige Kostüme und endlose Paraden machen den Carnival zum größten Straßenfest Europas. Zwei Tage Ausnahmezustand, bei denen man kaum glaubt, noch in England zu sein.

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Interessant zu wissen

  • Glastonbury hat eine eigene „Pyramid Stage“, deren Form auf die Mythen rund um den Glastonbury Tor anspielt.
  • Der Notting Hill Carnival zieht jedes Jahr über zwei Millionen Besucher an – mehr als das Oktoberfest in München.
  • Viele kleinere Festivals in England setzen inzwischen auf Nachhaltigkeit: Mehrwegbecher, Solarstrom, Komposttoiletten.

Mehr als nur die Großen – Kleine Festivals mit Charme

England ist übersät mit Festivals:

  • Isle of Wight Festival – legendär seit den 1970ern, mit Hippie-Flair.
  • Cambridge Folk Festival – eines der ältesten Folk-Festivals der Welt.
  • Download Festival in Donington Park – Pflichttermin für Rock- und Metal-Fans.
  • Hay Festival in Wales (okay, knapp über der Grenze) – Literatur statt Lautstärke.

Diese Vielfalt zeigt: Festivals in England sind nicht nur Musik. Sie sind auch Ausdruck von Identität, Gemeinschaft und manchmal politischem Protest.

Q&A – Häufige Fragen zu Festivals in England

Wann findet Glastonbury statt?
Immer Ende Juni, Tickets sind allerdings oft schon im Herbst davor ausverkauft.

Muss man campen?
Nicht zwingend. In Glastonbury gehört es zwar dazu, aber es gibt auch Glamping-Zelte, Wohnmobile oder Unterkünfte im Umkreis.

Ist der Notting Hill Carnival familienfreundlich?
Ja – vor allem der Sonntag gilt als „Family Day“. Montag wird es wilder.

Gibt es auch kulinarische Festivals?
Natürlich. Von Käsefestivals in Cheddar bis zu Gin-Festen in London – die Briten feiern gern auch Essen und Trinken.

Welche Festivals sind besonders alternativ?
„Green Man“ in Wales oder „Boomtown Fair“ in Hampshire locken ein eher alternatives, kreatives Publikum an.

Fazit

England feiert anders – vielfältiger, bunter und oft traditionsreicher, als man denkt. Ob im Schlamm von Glastonbury, in den Rhythmen der Karibik beim Notting Hill Carnival oder auf einem kleinen Folk-Festival auf dem Land: Hier zeigt sich die Insel von ihrer ausgelassensten Seite.



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