England ist kein Land, das man einmal bereist und dann kennt. Es ist ein Land, das man immer wieder entdeckt. Zwischen zerklüfteten Küsten und mittelalterlichen Kathedralen, zwischen Pub-Abenden und Nationalpark-Wanderungen, zwischen London und einem vergessenen Dorf irgendwo in den Cotswolds – England überrascht auf Schritt und Tritt.
Dieser Reiseführer bündelt alles, was du für deinen England-Urlaub benötigst: die neun Regionen im Überblick, die schönsten Sehenswürdigkeiten, praktische Einreise-Tipps und Ideen für Rundreisen. Bookmark ihn – du wirst öfter zurückkommen.
Die neun Regionen Englands
England ist kein homogenes Land. Jede der neun Regionen hat eine eigene Persönlichkeit, eine eigene Landschaft, eine eigene Geschichte. Wer nur nach London fährt, sieht ein Prozent.
Greater London
Die Weltstadt an der Themse benötigt keine Einleitung. Aber London hat mehr zu bieten als Buckingham Palace und Big Ben. Street-Art in Shoreditch, Märkte in Portobello Road, Theatervorstellungen im West End, Museen, die kostenlos und weltklasse sind. London ist nicht der Anfang einer England-Reise – es ist ein eigenes Universum.
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South East England
Weiße Klippen, Gärten, Küstenstädte und die Nähe zu Frankreich: Der Südosten Englands ist der am dichtesten besiedelte Teil des Landes – und einer der abwechslungsreichsten. Brighton mit seiner Musikszene, Canterbury mit seiner Kathedrale, Dover mit seinen berühmten Kreidefelsen.
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South West England
Cornwall, Devon, Dartmoor, Stonehenge – der Südwesten ist das romantische Herz Englands. Hier trifft atlantische Küste auf uralte Mythen, hier gibt es Cream Tea, surftaugliche Wellen und Dörfer, die wie aus einem Bilderbuch stammen. Wer einmal durch die Cotswolds gefahren ist, versteht, warum Engländer ihr Land so lieben.
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East of England
Weite Horizonte, Fens-Landschaften, Cambridge mit seinen College-Gebäuden und die Stille des Norfolk Broads National Park. Der Osten Englands ist weniger bereist – und genau das macht ihn so besonders.
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East Midlands
Leicester, Nottingham, die Peak-District-Ausläufer – die East Midlands werden von Reisenden oft übersehen. Zu Unrecht. Leicester allein hat genügend Geschichte für eine ganze Reise, und Robin Hood wartet geduldig auf seine Besucher.
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West Midlands
Birmingham, die zweite Stadt Englands. Der Geburtsort von Ozzy Osbourne, den Peaky Blinders und einem industriellen Erbe, das die ganze Welt geprägt hat. Die West Midlands polarisieren – und begeistern.
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Yorkshire and the Humber
Yorkshire ist stolz. Zu Recht. Wuthering Heights, die Moors, York mit seiner mittelalterlichen Stadtmauer, Whitby Abbey mit ihrer düsteren Silhouette am Meer – wer eine Region Englands wählen müsste, würde Yorkshire ernsthaft in Betracht ziehen.
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North West England
Manchester, Liverpool, der Lake District. Drei Welten in einer Region. Die Musik Englands kommt von hier, die schönste Seenlandschaft des Landes liegt hier, und kein Fußballherz schlägt intensiver als in Manchester.
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North East England
Northumberland mit seinen Burgen, Durham mit seiner Kathedrale, die raue Küste der Nordsee – der Nordosten Englands ist das am wenigsten besuchte England. Und damit eines der lohnendsten Reiseziele für alle, die Menschenmassen meiden.
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Die schönsten Sehenswürdigkeiten Englands
England hat mehr Sehenswürdigkeiten pro Quadratkilometer als fast jedes andere Land Europas. Eine vollständige Liste ist unmöglich – aber das hier sind die, die du nicht verpassen solltest.
Stonehenge und Avebury – Zwei der rätselhaftesten Orte Europas, keine 40 Kilometer voneinander entfernt. Stonehenge ist weltberühmt. Avebury ist größer, weniger besucht, und man darf zwischen den Steinen spazieren. → Avebury oder Stonehenge? Ein Vergleich
Durham Cathedral – Eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke Europas. Sie thront über dem River Wear wie eine Festung aus einer anderen Zeit. Der Eintritt ist kostenlos. → Durham Cathedral besuchen
Die Cotswolds – Goldfarbener Kalkstein, Rosen an Fassaden, Teegärten. Das „typisch englische“ Dorf existiert – es liegt in den Cotswolds. → Cotswolds Dörfer entdecken
Whitby Abbey – Eine Ruine auf einem Felsen über der Nordsee. Gothisch, windgeplagt, literarisch. Bram Stoker ließ Dracula hier landen. → Whitby Abbey besuchen
Scafell Pike – Der höchste Berg Englands. Keine 1.000 Meter hoch – aber mit einem Ausblick, der an klaren Tagen bis nach Irland reicht. → Scafell Pike wandern
Museen und Galerien – Das British Museum, die Tate Modern, das Victoria & Albert Museum. Viele der weltbesten Museen Englands sind kostenlos zugänglich. → Die besten Museen in England
Nationalparks – Zehn Nationalparks von der Küste Cornwalls bis zu den Moors Yorkshires. → Nationalparks in England
Englands Kultur: Das solltest du kennen
Der Pub
Wer England ohne Pub-Besuch verlässt, hat das Land nicht verstanden. Der Pub ist kein Lokal – er ist soziale Institution, Nachbarschaftstreffpunkt und Rückzugsort in einem. Ale, Cider, Bitters, das leise Klackern von Billardkugeln, ein Kamin im Winter: Das ist England. → Britische Pubs – Mehr als nur Ale und Fish & Chips
Afternoon Tea
Keine Erfindung für Touristen – der Afternoon Tea ist tief in der britischen Kultur verwurzelt. Sandwiches, Scones mit Clotted Cream, Gebäck, eine Kanne Tee. Der richtige Ort macht den Unterschied.
Fußball
Manchester, Liverpool, London – Fußball ist in England Lebensinhalt, nicht Hobby. Wer ein Spiel in einem englischen Stadion erlebt hat, versteht, warum der Premier-League-Fußball weltweit Millionen begeistert. → Fußballkult in Manchester
Tagesausflüge ab London
London als Basis, England als Ziel: Von der Hauptstadt aus erreichst du in ein bis zwei Stunden Zug einige der schönsten Orte des Landes.
Vier Geheimtipps, die kaum jemand auf dem Radar hat: → Vier Geheimtipps für den perfekten Tagesausflug von London
Praktische Reisetipps für England
Einreise und ETA
Seit dem Brexit benötigen EU-Bürger für die Einreise nach England keinen Aufenthaltstitel, aber eine Electronic Travel Authorisation (ETA). Sie kostet 10 Pfund, ist zwei Jahre gültig und wird online beantragt. Beantrage sie vor dem Abflug – am Flughafen ist es zu spät.
Wichtig: Ein gültiger Reisepass ist Pflicht. Der Personalausweis reicht nicht mehr.
Währung
England bezahlt in Britischen Pfund (GBP), nicht in Euro. Wechselkurse schwanken, Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, Bargarheben ist problemlos möglich.
Verkehr und Anreise
England hat Linksverkehr. Wer ein Mietauto plant, sollte das am ersten Fahrtag einkalkulieren. Die Zugverbindungen zwischen großen Städten sind gut, aber teuer – frühzeitiges Buchen lohnt sich erheblich. Für Nationalparks und ländliche Regionen ist ein Auto die flexibelste Lösung.
Per Eurostar (Zug durch den Ärmelkanal) reist du von Brüssel oder Paris in unter drei Stunden nach London – eine gute Alternative zum Fliegen.
Wetter und beste Reisezeit
England hat einen zweifelhaften Ruf als Regenland – nicht ganz zu Unrecht, aber auch nicht fair. Mai bis September sind die besten Monate: längere Tage, angenehmere Temperaturen (18–24 °C), weniger Regen. Trotzdem: Eine Regenjacke gehört ins Gepäck, egal wann.
Wer Menschenmassen meiden möchte: April, Mai und September, Oktober sind die Schulter-Saisons mit ruhigeren Sehenswürdigkeiten und oft günstigeren Preisen.
Steckdosen
England nutzt den Typ-G-Stecker (drei rechteckige Stifte). Ein Reiseadapter ist zwingend notwendig, kostet aber nur wenige Euro.
Rundreisen durch England
Wer mehr als London sehen möchte, benötigt eine Route. Diese drei Klassiker decken die schönsten Teile des Landes ab:
Südengland-Klassiker (13 Tage): London – Canterbury – Dover – Brighton – Salisbury – Bournemouth – Plymouth – Cornwall – Bath – London. Die Highlights des Südens auf einer kompakten Route.
Cornwall-Bahnreise: London – Salisbury – Exeter – Penzance – Bath – London. Für alle, die kein Auto wollen und trotzdem das atlantische England sehen möchten.
Küste und Geschichte: London – Isle of Wight – Stonehenge – Jurassic Coast – Dartmoor – Bournemouth. Natur, Archäologie und Meerluft in einer Runde.
→ Alle Regionen Englands auf einen Blick
Häufige Fragen zum England-Urlaub (FAQ)
Benötige ich für England ein Visum? Nein – EU-Bürger benötigen kein Visum. Aber seit dem Brexit ist eine ETA (Electronic Travel Authorisation) Pflicht. Sie kostet 10 Pfund, ist einfach online beantragbar und für zwei Jahre gültig. Ein gültiger Reisepass ist für die Einreise erforderlich.
Wie viele Tage benötige ich für England? Für London allein sind mindestens 3–4 Tage sinnvoll. Wer auch die Regionen außerhalb der Hauptstadt sehen möchte, sollte mindestens 7–10 Tage einplanen. Eine Rundreise durch den Süden oder Norden benötigt idealerweise 10–14 Tage.
Wann ist die beste Reisezeit für England? Mai bis September – mit Juni und September als besonders empfehlenswerte Monate. Die Tage sind lang, das Wetter angenehm, und Anfang September ist die Hochsaison bereits deutlich ruhiger.
Ist England teuer? England – besonders London – ist teurer als viele andere europäische Ziele. Außerhalb Londons sinken die Preise spürbar. Viele der weltbesten Museen in England sind kostenlos zugänglich. Wer frühzeitig Zugtickets bucht, kann erheblich sparen.
Was sollte ich in England auf keinen Fall verpassen? Das hängt stark von deinen Interessen ab – aber diese Orte tauchen in fast jeder Empfehlung auf: London, die Cotswolds, Stonehenge, ein englischer Nationalpark (Lake District oder Dartmoor), eine Kathedrale (Durham oder Canterbury) und mindestens ein echter Pub-Abend.
Muss ich in England Englisch sprechen? Grundkenntnisse helfen, aber in touristischen Bereichen kommt man auch mit wenig aus. Abseits der großen Städte wird es manchmal etwas herausfordernder – gerade in ländlichen Regionen.
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